Dachspitze mit goldener Krone von Schloss Bruchsal

Das Ende des Fürstbistums

Säkularisation in Bruchsal

1803 war Bruchsal Schauplatz der sogenannten Säkularisation: Der geistliche Besitz wurde weltlichen Herrschern übergeben. Viele kleinste Territorien wurden aufgelöst. Baden war dabei einer der Gewinner – es vergrößerte sich erheblich.

Gusseisernes Wappen des Großherzogtums Baden, 19. Jahrhundert

Wappen des Großherzogtums Baden.

Neue Gebiete – warum?

In den Kriegen Napoleons hatte Baden einige Territorien links des Rheins an Frankreich verloren, nun bekam der badische Herrscher andere, ungleich größere Gebiete als Entschädigung. Kirchliche Besitztümer wurden dafür enteignet und an die weltlichen Herrscher verteilt. Baden bekam unter anderem die rechtsrheinischen Teile des Hochstifts Speyer. Die Säkularisation wurde 1803 durch den „Reichsdeputationshauptschluss“ legitimiert. 1806 wurde Baden Großherzogtum – leider nicht Königreich, wie man gehofft hatte.

Bildnis des Großherzogs Karl Friedrich von Baden, um 1790

Großherzog Karl Friedrich von Baden um 1790.

Das Ende der geistlichen Herrschaft

Für Fürstbischof Wilderich von Walderdorff kam in Bruchsal schon im Herbst 1802 das Aus: In einem vertraulichen Brief kündigte Markgraf Karl Friedrich von Baden die Okkupation Bruchsals an. Kurz darauf besetzte Militär die rechtsrheinischen Teile des Hochstifts Speyer. Der Fürstbischof hatte das Schloss verlassen. Das Land hieß nun „Fürstentum Bruchsal“. Viele Möbel, Gemälde und Wertgegenstände aus dem Schloss kamen in der Folgezeit nach Karlsruhe oder in andere Schlösser.

Bildnis des Fürstbischofs Wilderich von Walderdorff, um 1800

Fürstbischof Wilderich von Walderdorff um 1800.

Walderdorff, der letzte Fürstbischof

Der letzte unglückliche Bischof und Fürst zu Speier“ – das stand 1810 unter dem Testament Wilderich von Walderdorffs. Mit der Säkularisation hatte man ihn als Landesherrn abgesetzt. In sechs Dekanaten blieb er das geistliche Oberhaupt, doch mit immer geringeren Befugnissen. Immerhin: Walderdorff bekam eine Pension von 200.000 Gulden und das Wohnrecht in der Eremitage Waghäusel. Im Winter durfte er weiterhin in einem Teil von Schloss Bruchsal wohnen – ab 1806 neben Amalie von Baden, die hier ihren Witwensitz hatte.

Detail der großherzoglich-badischen Krone von 1811

Die großherzoglich-badische Krone von 1811.

Kroninsignien aus alten Steinen

Die neuen Schlösser, Kirchen und Klöster wurden für das Land schnell eine finanzielle Belastung. Die Kunstgegenstände im Innern schätzte man meist nur in materieller Hinsicht. Gold- und Silberschmiedearbeiten wurden eingeschmolzen, die Edelsteine anderweitig genutzt. 1811 entstanden neue badische Kroninsignien: Krone, Zepter, Schwert. Dazu verwendete man Steine und einen Degen der Fürstbischöfe von Speyer, Silber aus dem Speyerer Domschatz und Edelsteine aus der Schlosskirche Rastatt.

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