Miniatur des Abtes Wilhelm von Hirsau (um 1030 - 1091) aus dem Schenkungsverzeichnis des Klosters Reichenau, um 1150

Frommer Mann mit großen Ideen

Wilhelm von Hirsau

Wilhelm von Hirsau (1026–1091) widmete sein Leben dem Ziel, das Mönchtum zu reformieren. 1079 schrieb er die „Constitutiones Hirsaugienses“, in der er seine Auslegung der Benediktsregel festhielt. Seine Klosterreformen strahlten auf den gesamten süddeutschen Raum aus.

Der heilige Benedikt in einer Wandmalerei von Kloster Ochsenhausen

Der Abt lernte die Ordensregeln in seiner Jugend.

Wann kam Wilhelm mit dem Klosterleben in Berührung?

Er wurde in die Welt des Klosters hineingeboren. Seine Eltern hatten ihn bereits als kleines Kind dem Regensburger Kloster St. Emmeram als „puer oblatus“, lateinisch für „gottgeweihter Knabe“, übergeben. So lebte Wilhelm seit frühester Jugend nach der Regel des heiligen Benedikt und erhielt im Kloster Zugang zu umfassender Bildung. Er wurde zum Priester geweiht und war Lehrer für Mathematik und Astronomie.

Wie kam er nach Hirsau?

Noch in St. Emmeram erschien Wilhelm eines Nachts ein Mann im Traum, der ihm den Auftrag erteilte, eine Schule aufzubauen und zu leiten. In Hirsau suchten die Grafen von Calw derweil angestrengt in ihrem Kloster nach einem Nachfolger für den von ihnen abgesetzten Abt Friedrich. Ihre entfernte Verwandtschaft mit dem Bischof von Regensburg dürfte auch mit dazu beigetragen haben, dass Wilhelm am 28. Mai 1069 nach Hirsau gerufen wurde. Die Erfolgsgeschichte des Klosters in den folgenden 20 Jahren ging auf ihn zurück.

Klostergarten von Kloster Hirsau, Foto: Stadtinformation Calw

Zu Beginn verweigerte er das Amt des Abtes.

Übernahm Wilhelm sofort das neue Amt?

Nachdem ihm die Unrechtmäßigkeit der Amtsenthebung Abt Friedrichs bekannt wurde, konnte Wilhelm nur durch das inständige Bitten der Mönche von Hirsau zum Bleiben bewegt werden. Jedoch weigerte er sich, das Amt als Abt anzutreten, solange sein Vorgänger noch lebte und übernahm stattdessen die Stelle eines Priors. Erst nach Friedrichs Tod ließ sich Wilhelm zum Abt von Hirsau wählen und wurde am Himmelfahrtstag 1071 durch den Bischof von Speyer feierlich in sein Amt eingeführt.

Aureliuskirche von Kloster Hirsau

Abt Wilhelm leitete die „Hirsauer Reform“ ein.

Worin bestehen die Leistungen Wilhelms von Hirsau?

Als universalgebildeter Wissenschaftler stand er an der Spitze seiner Zeit, beispielsweise erforschte und beschrieb er die Gesetze des Universums. Als Abt von Hirsau verhandelte er weltgewandt und geschickt mit Papst und Königen: Er vertrat das Recht, geistliche Ämter ohne weltlichen Einfluss zu besetzen. Die von ihm eingeleitete „Hirsauer Reform“ rief im 11. und 12. Jahrhundert eine Klosterreform- und Mönchsbewegung hervor, die zur bedeutendsten östlich des Rheins wurde und anderen Klöstern als Vorbild diente.

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